Ein frischer Atem ist etwas Selbstverständliches – bis er es nicht mehr ist. Plötzlich weicht der Blickkontakt zurück, Gespräche enden schneller als gewohnt, das Gegenüber rückt leicht zurück. Mundgeruch (medizinisch: Halitosis) betrifft weit mehr Menschen, als offen darüber sprechen.
Und doch ist er in den meisten Fällen vermeidbar oder behandelbar. In diesem Beitrag erfährst du, woher Mundgeruch wirklich kommt, wie du ihn erkennst, was du selbst tun kannst – und wann professionelle Hilfe notwendig ist.
Mundgeruch entsteht durch flüchtige Schwefelverbindungen (VSCs), die beim bakteriellen Abbau von organischen Substanzen in der Mundhöhle freigesetzt werden – vor allem von Speiseresten, abgestorbenen Zellen und Blutbestandteilen. Diese Prozesse laufen meist unbemerkt ab, bis der Atem unangenehm auffällt.
Wichtig: Es gibt zwei medizinische Begriffe, die häufig verwechselt werden:
Wer nach einem Teller Tsatsiki oder einem Sandwich mit rohen Zwiebeln einen unangenehmen Atem hat, muss sich noch keine Sorgen machen – das ist ganz normal und verschwindet in der Regel von selbst.
Von echtem Mundgeruch – medizinisch Halitosis – sprechen wir erst, wenn der Atem dauerhaft unangenehm riecht. Und zwar nicht nur beim Ausatmen durch den Mund, sondern auch dann, wenn jemand durch die Nase atmet und der Mund geschlossen bleibt. In solchen Fällen liegt meist eine körperliche Ursache zugrunde, die zahnmedizinisch abgeklärt werden sollte.
Die Zunge ist der Hotspot für geruchsbildende Bakterien. Besonders im hinteren Zungenbereich sammeln sich Ablagerungen, die durch normale Zahnpflege kaum erreicht werden.
Entzündungen am Zahnfleisch oder Zahnhalteapparat sind nicht nur gefährlich für deine Zähne – sie riechen auch unangenehm. Bei einer Parodontitis entsteht oft ein typischer „fauliger“ Atem.
Offene oder unbehandelte Kariesherde setzen Bakterien und Gase frei. Besonders wenn Speisereste sich in den Kavitäten festsetzen, entsteht ein intensiver, säuerlicher Geruch.
Speichel neutralisiert Säuren und spült Bakterien weg. Ist zu wenig Speichel vorhanden – etwa durch Medikamente, Stress oder im Alter – entsteht schneller unangenehmer Geruch.
Weiße, krümelige Ablagerungen in den Mandeln bestehen aus abgestorbenem Gewebe, Speichel und Bakterien. Sie verursachen einen markanten, schwefligen Geruch.
Mundgeruch kann auch ein Warnsignal sein – etwa bei:
In diesen Fällen ist eine zahnärztliche Abklärung nur der erste Schritt – es braucht interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Mundgeruch kann viele Gesichter haben – und die Ursachen liegen nicht immer nur im Mundraum. Damit du gezielt und dauerhaft etwas dagegen tun kannst, lohnt sich ein genauer Blick auf die verschiedenen Bereiche, in denen der Ursprung liegen kann:
Zahnstein, Karies, entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis) oder sogar eine chronische Parodontitis gehören zu den häufigsten Auslösern für schlechten Atem. Bakterien siedeln sich in Zahnfleischtaschen und Belägen an – und setzen geruchsintensive Schwefelverbindungen frei.
Die Zunge ist ein idealer Nährboden für Bakterien, insbesondere im hinteren Bereich. Auch schlecht sitzende Prothesen, undichte Füllungen oder infizierte Implantate können die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen und üble Gerüche begünstigen.
Chronische Mandelentzündungen, eitrige Tonsillen (inkl. Mandelsteine) oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sorgen oft für faulig-süßlich riechenden Atem. Auch bei Allergien kann es zu geruchsbildenden Schleimansammlungen kommen.
Infektionen der unteren Atemwege – etwa Bronchitis oder Lungenentzündungen – können sich nicht nur durch Husten bemerkbar machen. Wenn sich Schleim zersetzt, entstehen Gase, die über den Atem freigesetzt werden. Auch Raucherhusten geht oft mit starkem Mundgeruch einher.
Ein häufiger Mythos: Mundgeruch kommt vom Magen. Tatsächlich ist das selten, aber nicht ausgeschlossen. Bei starkem Reflux (Sodbrennen) kann Magensäure bis in den Rachen aufsteigen und den Atem beeinflussen. Auch eine gestörte Verdauung, z. B. bei einem Helicobacter pylori-Befall, kann mit unangenehmem Geruch einhergehen.
Hier wird es medizinisch anspruchsvoll – aber wichtig: Auch systemische Erkrankungen können den Atem verändern. Beispiele:
In solchen Fällen ist Mundgeruch ein ernstzunehmendes Warnsignal und erfordert eine interdisziplinäre Abklärung – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Diabetologen, Nephrologen oder Internisten.
Tatsächlich ja, wenn auch nicht immer zuverlässig:
Noch sicherer: Eine professionelle Halitosis-Diagnostik – z. B. mit einem Halimeter zur Messung von Schwefelverbindungen.
Ein frischer Atem beginnt mit einer gründlichen und regelmäßigen Mundhygiene. Dazu gehört das Zähneputzen mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, um Zahnbelag und Bakterien zu entfernen, die oft die Ursache für unangenehmen Geruch sind. Besonders wichtig ist auch die Reinigung der Zunge – entweder mit einem Zungenschaber oder der Zahnbürste –, denn gerade dort lagern sich geruchsbildende Bakterien häufig ab.
Ergänzend hilft die tägliche Anwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten, um Speisereste und Plaque in den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Antibakterielle Mundspülungen können zusätzlich unterstützen. Wer dauerhaft unter Mundgeruch leidet, sollte auch mögliche Ursachen wie Zahnfleischentzündungen oder trockene Mundschleimhaut vom Zahnarzt abklären lassen.
1. Zahnmedizinische Abklärung
2. Tiefenreinigung und Prophylaxe
Eine professionelle Zahnreinigung ist der erste Schritt zur Neutralisierung von Bakterienherden – besonders wichtig bei Parodontitis und Zungenbelägen.
3. Zungensanierung
Mit speziellen Zungenreinigern oder Spüllösungen entfernen wir Beläge dort, wo Zahnbürsten nicht hinkommen – effektiv und schonend.
Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, ob die Ursachenklärung von Mundgeruch eine Privatleistung ist. Die gute Nachricht: Eine gründliche zahnärztliche Untersuchung – etwa zur Kontrolle von Zahnbelag, Zahnfleischtaschen oder versteckten Entzündungen – gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und wird in der Regel übernommen. Zwei Kontrolltermine pro Jahr sind inklusive, ebenso wie das Parodontitis-Screening alle zwei Jahre.
Wenn allerdings weiterführende Methoden zum Einsatz kommen – zum Beispiel eine professionelle Halitosis-Analyse mit speziellen Messgeräten – handelt es sich meist um individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die privat zu zahlen sind. Ob solche Verfahren notwendig sind, hängt vom Einzelfall ab. Wir beraten dich gern dazu, welche Schritte für dich sinnvoll und medizinisch angezeigt sind.
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Termin vereinbarenWenn deine Zähne und dein Zahnfleisch gesund sind, du regelmäßig zur Prophylaxe gehst und trotzdem unter Mundgeruch leidest, stellt sich die Frage: An wen kann ich mich noch wenden? Denn nicht immer liegt die Ursache im Mund.
Je nach vermuteter Herkunft kommen unterschiedliche Fachrichtungen infrage:
In der Dorow Clinic begleiten wir dich auf Wunsch auch interdisziplinär weiter – diskret, empathisch und mit einem klaren Ziel: die tatsächliche Ursache zu finden und deinen Atem nachhaltig zu verbessern.
Mundgeruch ist kein Tabu – sondern ein Signal. Und in den meisten Fällen auch ein lösbares Problem. In der Dorow Clinic nehmen wir dich ernst – ohne Scham, mit medizinischer Kompetenz und einem klaren Ziel: frischer Atem, mehr Selbstvertrauen und wieder echte Nähe im Alltag. Lass dich beraten – diskret, individuell und auf höchstem Niveau.
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Kurzfristig helfen Zungenschaber, gründliche Zahnreinigung und viel Wasser. Langfristig sollte die Ursache zahnärztlich abgeklärt werden.
Nein. Auch Parodontitis, Karies, Mandelsteine oder Stoffwechselstörungen können zu Mundgeruch führen – trotz guter Zahnpflege.
Ein einfacher Test: Lecke deinen Handrücken ab, warte 10 Sekunden und rieche daran. Noch sicherer ist eine professionelle Diagnose.
Wenn der Geruch trotz guter Mundhygiene bleibt, du häufiger Zahnfleischbluten hast oder Mundtrockenheit bemerkst, ist ein Zahnarztbesuch sinnvoll.
Wir untersuchen gezielt die Ursache, reinigen problematische Stellen gründlich und beraten dich diskret – für nachhaltige Frische und neue Lebensqualität.
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