Socket Preservation ist das Auffüllen der leeren Zahnalveole direkt nach einer Zahnentfernung mit Knochenersatzmaterial. Ziel ist, den natürlichen Abbau von Kieferknochen und Zahnfleisch zu reduzieren und damit gute Voraussetzungen für eine spätere Implantation oder anderen Zahnersatz zu erhalten. Sie ist sinnvoll, wenn nach der Extraktion eine spätere Implantation geplant ist. Kosten: 200 bis 500 € zusätzlich zur Extraktion.
Nach einer Zahnentfernung beginnt der Kieferknochen, sich an den Stellen, an denen vorher die Zahnwurzel verankert war, umzubauen und teilweise zurückzubilden. Ohne Gegenmaßnahmen kann das Volumen sowohl in Höhe als auch in Breite spürbar abnehmen. Die Socket Preservation, auch Alveolenerhalt oder Ridge Preservation genannt, soll diesen Verlust reduzieren und damit spätere Behandlungen erleichtern.
Ob der Eingriff im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Befund, von der geplanten Folgeversorgung und von individuellen Faktoren ab. Dieser Ratgeber erklärt, was bei einer Socket Preservation passiert, welche Materialien zum Einsatz kommen und wie der weitere Heilungsverlauf aussieht.
Was ist Socket Preservation?
Socket Preservation bezeichnet einen kleinen chirurgischen Zusatzeingriff im Anschluss an eine Zahnextraktion. Die leere Alveole, also das knöcherne Fach, in dem die Zahnwurzel saß, wird mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Häufig wird zusätzlich eine Membran über den Defekt gelegt, um das Material vor dem Einwachsen von Weichgewebe zu schützen.
Der Eingriff verfolgt zwei Hauptziele: den Erhalt des knöchernen Kieferkamms und die Stabilisierung des darüberliegenden Zahnfleischs. Beides ist wichtig, wenn später ein Zahnimplantat gesetzt oder eine Brücke beziehungsweise Prothese passgenau angefertigt werden soll.

Warum baut sich Knochen nach einer Extraktion ab?
Der Kieferknochen reagiert empfindlich auf Belastung. Solange ein Zahn vorhanden ist, wird der umgebende Knochen über die Wurzel funktionell stimuliert. Fehlt diese Belastung, beginnt der Körper, das Gewebe in geringerem Maße aufrechtzuerhalten. Studien zeigen, dass insbesondere in den ersten Monaten nach einer Zahnentfernung deutliche Volumenverluste auftreten können.
Besonders ausgeprägt ist der Abbau in horizontaler Richtung, der Kieferkamm wird also zunächst schmaler. Auch die Höhe kann sich verändern. Im sichtbaren Bereich kann das später zu einer eingefallenen Lücke oder zu ästhetischen Einschränkungen bei Zahnersatz führen.
Wann ist eine Socket Preservation sinnvoll?
Nicht jede Extraktionsalveole muss aufgefüllt werden. In bestimmten Situationen kann der Eingriff jedoch besonders hilfreich sein.
- Geplante Implantation: Wenn ein Implantat erst nach einigen Monaten gesetzt werden soll, hilft die Socket Preservation, das Knochenangebot zu erhalten.
- Ästhetische Zone: Im sichtbaren Frontzahnbereich ist der Erhalt von Knochen und Zahnfleischverlauf besonders wichtig.
- Schwierige Knochenverhältnisse: Bei dünnen knöchernen Wänden der Alveole droht ein stärkerer Abbau, ein Erhalt kann hier sinnvoll sein.
- Wunsch nach Brücke oder Prothese: Auch ohne Implantation kann ein stabiler Kieferkamm die spätere Versorgung verbessern.
Brauche ich eine Socket Preservation?
Ob der Eingriff in Ihrem Fall sinnvoll ist, lässt sich erst nach Untersuchung und Röntgenbild beurteilen. Gern besprechen wir Ihre Situation in der Dorow Clinic.

Welche Materialien werden verwendet?
Für den Alveolenerhalt stehen verschiedene Knochenersatzmaterialien zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in Herkunft, Resorptionsverhalten und Anwendungsgebiet.
| Material | Herkunft | Eigenschaft |
|---|---|---|
| Autogen | Körpereigener Knochen | Sehr gute Verträglichkeit, in der Regel zusätzlicher Eingriff zur Entnahme |
| Allogen | Aufbereiteter menschlicher Spenderknochen | Etablierte Anwendung, klinisch dokumentiert |
| Xenogen | Aufbereiteter tierischer Knochen (z.B. Rind) | Gut untersucht, langsamer Umbau |
| Alloplastisch | Synthetisch | Tierfrei, unterschiedliche Resorptionsraten |
Welches Material im Einzelfall geeignet ist, wird individuell besprochen. Häufig wird das Knochenersatzmaterial mit einer resorbierbaren oder nicht-resorbierbaren Membran abgedeckt, um das Einwachsen von Weichgewebe zu verhindern.
Wie läuft eine Socket Preservation ab?
Der Eingriff erfolgt unmittelbar im Anschluss an die Zahnentfernung, meist in lokaler Betäubung, auf Wunsch auch in Sedierung oder im Dämmerschlaf.
Insgesamt dauert der Zusatzeingriff in der Regel 15 bis 30 Minuten zusätzlich zur Zahnentfernung. Anschließend wird die Wunde versorgt und ein Kontrolltermin vereinbart.
Heilung und Zeitplan
Das Weichgewebe schließt sich in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen. Der Umbau des Knochenersatzmaterials in körpereigenen Knochen ist ein deutlich langsamerer Prozess. Bevor ein Implantat gesetzt werden kann, vergehen je nach Material und Befund häufig drei bis sechs Monate.
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollten körperliche Anstrengung, Sauna, Alkohol und Rauchen möglichst vermieden werden. Die Mundhygiene wird in der ersten Zeit angepasst, damit die Wunde ungestört heilen kann.
Vorteile gegenüber spätem Knochenaufbau
- Weniger Volumenverlust: Der Eingriff wirkt dem natürlichen Abbau direkt entgegen.
- Bessere Voraussetzungen für Implantate: Häufig kann auf einen umfangreicheren Aufbau später verzichtet werden.
- Ästhetik im sichtbaren Bereich: Der Verlauf von Zahnfleisch und Knochen bleibt eher erhalten.
- Ein Eingriff statt zwei: Extraktion und Erhalt erfolgen in derselben Sitzung.
- Stabile Basis für Brücken/Prothesen: Auch ohne Implantation kann der Sitz späteren Zahnersatzes profitieren.

Risiken und Grenzen
Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei einer Socket Preservation Komplikationen auftreten. Möglich sind Schwellungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen oder Infektionen. In seltenen Fällen heilt das Knochenersatzmaterial nicht wie gewünscht ein oder muss teilweise entfernt werden.
Auch bei sorgfältiger Socket Preservation ist nicht garantiert, dass später kein zusätzlicher Knochenaufbau mehr nötig wird. Das tatsächliche Knochenangebot wird vor einer geplanten Implantation erneut beurteilt.
Kosten und Erstattung
Die Kosten richten sich nach Aufwand, Material und Praxisindividualität. Die folgenden Werte dienen als grobe Orientierung und ersetzen keinen schriftlichen Heil- und Kostenplan.
| Leistung | Grobe Orientierung |
|---|---|
| Socket Preservation pro Alveole | ca. 250 € bis 500 € |
| Membran (resorbierbar) | ca. 80 € bis 200 € |
| Komplexe Defektsituation | individuell nach Befund |
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Private Versicherungen und Zahnzusatzversicherungen können je nach Tarif Anteile übernehmen.
Häufige Fragen zur Socket Preservation
Was ist Socket Preservation?
Socket Preservation ist ein zahnärztlicher Eingriff, bei dem die leere Zahnalveole direkt nach der Zahnentfernung mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt wird. Ziel ist, dem natürlichen Abbau von Kieferknochen und Zahnfleisch entgegenzuwirken.
Wann ist eine Socket Preservation sinnvoll?
Sinnvoll ist sie insbesondere dann, wenn später eine Implantation geplant ist, die nicht sofort erfolgen kann. Auch im sichtbaren Bereich kann der Erhalt des Kieferkamms aus ästhetischen Gründen wichtig sein.
Welche Materialien werden verwendet?
Häufig kommen xenogene, allogene, synthetische oder körpereigene Knochenersatzmaterialien zum Einsatz. Die Auswahl erfolgt individuell.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Die Behandlung erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung. Während des Eingriffs werden meist keine Schmerzen empfunden. Nach dem Eingriff können vorübergehend Beschwerden auftreten, die in der Regel gut behandelbar sind.
Wie lange dauert die Heilung?
Das Weichgewebe schließt sich meist innerhalb weniger Wochen. Bis das Knochenersatzmaterial ausreichend in eigenen Knochen umgebaut ist, vergehen häufig drei bis sechs Monate.
Ersetzt Socket Preservation einen späteren Knochenaufbau?
Häufig kann ein größerer Aufbau vermieden oder reduziert werden. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Das Knochenangebot wird vor einer Implantation erneut beurteilt.
Welche Risiken bestehen?
Möglich sind Schwellungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen oder Infektionen. Selten heilt das Material nicht wie gewünscht ein. Eine sorgfältige Diagnostik und Nachsorge tragen dazu bei, Risiken zu reduzieren.